Masern – nichts für kleine Kinder!

Masern ist eine der typischen Kinderkrankheiten – dennoch trifft sie auch immer häufiger Jugendliche und Erwachsene. Sie ist nicht nur deshalb gefährlich, weil sie hochansteckend ist. Sie kann auch zu schweren bleibenden Schäden und im schlimmsten Fall sogar zum Tode führen.

In den vergangenen Jahren erlebten die Masern einen gefährlichen Anstieg in Europa: 90.000 Fälle wurden in einem Zeitraum von drei Jahren laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) gemeldet. Allein von 2010 auf 2011 habe sich die Zahl vervierfacht, hieß es auf dem Europäischen Kongress für Infektionskrankheiten (ECCMID) in Berlin. Grund: Die Impfbeteiligung hat allgemein abgenommen, so auch in Österreich: Gerade bei Kindern ist hier die Rate rückläufig: Die WHO empfiehlt die Impfung mit Vollendung des zweiten Lebensjahres, hier beträgt die Durchimpfungsrate nur 70%.


Große Impflücken

Aber auch bei den Erwachsenen und Jugendlichen gibt es große Impflücke. Sie entstehen, weil nur eine Impfdosis verabreicht wurde oder veraltete Impfstoffe verwendet wurden, die keinen lebenslangen Schutz gewährleisten können. Diese ungeschützten Personen stellen dann eine Infektionsquelle für kleine Kinder dar, die noch kein Jahr alt und somit noch nicht geschützt sind. Dabei ist gerade hier das Risiko größer, dass die Erkrankung zu Komplikationen führen kann.



Gratis Impfungen

Um den steigenden Masernfälle wirkungsvoll entgegenzutreten, hat Österreich die Altersgrenze für die Masern-Gratisimpfungen im Sommer 2011 von 25 auf 45 Jahre angehoben. Auch Gesundheitsminister Alois Stöger hat eine Masernimpfaktion für alle Bedienstete des Bundesministeriums für Gesundheit gestartet: "Ich will damit nicht zuletzt auch ein Zeichen der Verantwortung im eigenen Bereich angesichts der drastisch steigenden Zahl von Masernfällen in Europa setzen", so der Minister. Dieser Aktion hat sich auch die Medizinische Universität Wien angeschlossen um bestehende Implücken bei allen im Gesundheitsdienst tätigen Personen sowie bei Medizinstudentinnen und -studenten zu schließen.

Übrigens:
Seit 2002 sind Masernerkrankungen in Österreich meldepflichtig. Wie Sie die Krankheit erkennen können, lesen Sie hier:



Verlauf und Symptome der Masern

  • Zunächst treten grippeähnliche Symptome wie wie Fieber, Schnupfen und Husten auf
  • Auch eine Bindehautentzündung ist nicht selten
  • Kurzzeitig sinkt das Fieber, es scheint nur ein harmloser grippaler Infekt zu sein
  • Erneutes Fieber, es kommt es zum Ausschlag: Erst bilden sich auf der Mundschleimhaut kleine weiße Flecken mit roter Umrandung, „Kopliksche Flecken“ genannt. Sie sind ein sicheres Anzeichen dafür, dass eine Masererkrankung vorliegt
  • Etwa drei bis vier Tage später folgen die roten Flecken, zunächst an den Ohren, am Hals und im Gesicht, später am gesamten Körper
  • Nach vier bis sieben Tagen heilt der Ausschlag wieder ab, dabei kann es zu Schuppungen kommen


Warum ist die Krankheit so gefährlich?

Noch Wochen, manchmal Monate nach der Krankheit ist das Immunsystem stark geschwächt. Der Körper kann sich nicht optimal vor nachfolgenden Infektionen schützen – und diese können dann zu Komplikationen führen. Häufig kommt es zu Mittelohr- und Lungenentzündungen. Besonders gefährlich wird es, wenn es eine Entzündung des Gehirns zur Folge hat.


Was kann man gegen Masern tun?

Wir sprechen hier von einer Virusinfektion, deswegen kann sie nicht mit Antibiotika behandelt werden. Im Grunde kann man nur die Symptome des Patienten lindern, zum Beispiel mit fiebersenkenden Mitteln. Weil es für diese mitunter gefährliche Krankheit keine Therapie gibt, wird oft die zweifache Impfung empfohlen.

Übrigens: Masern betrifft nicht nur Kinder, tatsächlich sind auch immer mehr Jugendliche und Erwachsene betroffen.


Weitere typische Kinderkrankheiten

  • Masern (Morbilli)
  • Windpocken (Varizellen, Wasserpocken)
  • Röteln (Rubeola)
  • Mumps (Ziegenpeter, Parotitis epidemica)
  • Keuchhusten (Pertussis)
  • Kinderlähmung (Poliomyelitis)
  • Drei-Tag-Fieber
  • Pfeiffrisches Drüsenfieber (Kusskrankheit, Mononukleose)
  • Diphtherie