Der weibliche Hormonhaushalt - im Wechselbad der Gefühle

Das Thema „Hormonhaushalt“ ist für Frauen nicht nur in den Wechseljahren präsent. Im Grunde begleitet es sie ein Leben lang. Von der Pubertät, über die monatliche Periode und die Schwangerschaft bis hin zur Menopause gibt es viele Veränderungen des Hormonhaushalts, die man mal mehr und mal weniger zu spüren bekommt.

So machen sich Schwankungen bemerkbar

Viele Frauen kennen das: Man ist müde und gereizt und kann sich gar nicht so recht erklären, wieso eigentlich. Hier können Hormonschwankungen die Ursache sein – sie hängen oft unmittelbar mit unserer Gefühlswelt zusammen. Deswegen hilft es zu verstehen, was dabei eigentlich genau im Körper vor sich geht. 
Hormone haben eine wichtige Aufgabe: Als Botenstoffe sind sie dafür zuständig, das Informationen schnell von Organ zu Organ weitergegeben werden. Der Körper bildet die Hormone an unterschiedlichen Orten: in der Hirnanhangdrüse, der Zirbeldrüse, der Hypophyse, der Schilddrüse, in der Nebenniere und der Bauchspeicheldrüse. Außerdem gibt es Neurohormone, die im  Zentralnervensystem (ZNS) produziert werden.

Die hormonelle Entwicklung der Frau

Genießen Sie schöne Momente voller ZweisamkeitDie Sexualfunktionen des Menschen werden durch Sexualhormone gesteuert; bei Männern ist es das „Testosteron“, bei Frauen das „Östrogen“. Beide haben Einfluss auf die Fruchtbarkeit, was man beim weiblichen Zyklus sehr genau beobachten kann. Die Reifung vom Mädchen zur geschlechtsreifen Frau findet in der Pubertät statt: Mit etwa neun bis zehn Jahren beginnen die Eierstöcke das Östrogen zu bilden, der Körper erhält nun die Information mit der Reifung der Geschlechtsorgane zu beginnen. Ist dieses Hormonsystem gestört, also ist der Östrogenspiegel zu hoch oder zu niedrig, kann die Pubertät dementsprechend früher oder später einsetzen.
Auch wenn eine Frau Probleme damit hat schwanger zu werden, so kann die Ursache eine  hormonelles Ungleichgewicht sein. Unter Umständen kann eine Hormontherapie helfen. Bei den Beschwerden infolge der Wechseljahre (Klimakterium) ist diese Maßnahme hingegen umstritten – sie kann das Krankheitsrisiko erhöhen.

Der Monatszyklus

Für den Zyklus der Fraus ist neben dem Östrogen auch das Progesteron entscheidendFür den monatlichen Zyklus der Frau ist neben dem Östrogen auch noch das Progesteron entscheidend. Beide Hormone werden in den Eierstöcken gebildet und steuern von hier aus den Zyklus, der von Frau zu Frau zwischen 25 und 35 Tagen schwanken kann. Die damit einhergehende Blutung dauert etwa drei bis fünf Tage – aber auch hier kann es individuelle Abweichungen geben. Auch Zwischen- und Schmierblutungen sind nicht selten, sie können verschiedene – teils organische – Ursachen haben. Für viele Frauen hat die Monatsblutung weitere, sehr unangenehme Folgen, wie Unterleibsschmerzen, Kopfschmerzen und Übelkeit.

Das Prämenstruelle Syndrom (PMS)

Es ist für Männer schwer nachvollziehbar, dennoch für viele Frauen unangenehme Realität vor jeder Monatsblutung: Das Prämenstruelle Syndrom, kurz PMS genannt. Bislang sind die Ursachen nicht bekannt, vermutlich entstehen die Beschwerden durch Störungen der Geschlechtshormone. Aber auch die Psyche und die Lebensumstände der Frau können hierbei durchaus eine Rolle spielen. Mittlerweile werden dem PMS rund 150 verschiedene Symptome zugeordnet – das zeigt bereits, wie komplex das prämenstruelle Syndrom ist. Zu den typischen Symptomen zählen unter anderem: Dysmennorhoe, also die krampfartigen Schmerzen im Unterleib – zur ersten Linderung der Schmerzen wird Wärme in Form eines heißen Bades oder einer Wärmflasche empfohlen. Weiterhin zählen Ödeme, also Wassereinlagerungen vor allem in den Beinen, zu den häufigsten Beschwerden bei PMS. Hier können entwässernde Tees wie zum Beispiel Brennnesseltee Abhilfe schaffen. Aber auch seelische Symptome wie Schlaflosigkeit, Depressionen und Angstzustände können durch PMS ausgelöst werden. In diesen Fällen sollten betroffene Frauen unbedingt das Gespräch mit ihrem Hausarzt suchen.

Die Wechseljahre

Die WechseljahreEtwas Gutes haben die Wechseljahre ja: Die monatlichen Blutungen werden zunächst immer seltener und bleiben irgendwann ganz aus. Trotzdem ist dieser Lebensabschnitt für viele Frauen sehr belastend, vor allem weil nun ganz neue Begleiterscheinungen bemerkbar machen: Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen, Rückgang des Lustempfindens, Scheidentrockenheit – das alles sind Probleme, mit denen sich Frauen etwa im Alter von 40 bis 50 Jahren auseinander setzen müssen. Auch hier sind wieder die Hormone „schuld“: Während der Progesteron-Spiegel nun sinkt, bleibt die Östrogenproduktion zunächst gleich, weshalb es zu einem Überschuss kommt, bevor sie dann eingestellt wird. Dieses hormonelle Chaos wirkt sich natürlich auf den Körper aus – für die Betroffene nicht selten ein Wechselbad der Gefühle. Zum Glück kann man den Beschwerden etwas entgegensetzen: Verschiedene Cremes, Zäpfchen und Gele helfen zum Beispiel bei Scheidentrockenheit. Aus der Naturapotheke können Mönchspfeffer und die Traubensilberkerze dabei helfen, den Hormonhaushalt zu regulieren. Sprechen Sie mit ihrem Arzt darüber, welche Möglichkeiten für Sie passend sind.