Diabetes mellitus – Zuckerkrankheit

Stoffwechselerkrankung Diabetes mellitus

Blutzucker messen bei DiabetesDiabetes mellitus, umgangssprachlich auch Zuckerkrankheit genannt, ist eine chronische Stoffwechselerkrankung. Als Diabetes wird eine Gruppe von Stoffwechselerkrankungen bezeichnet, die allesamt zu erhöhten Blutzuckerwerten (Hyperglykämie) führen. Die beiden wichtigsten Formen sind der Typ-1- und der Typ-2-Diabetes.

Der Blutzucker liegt normalerweise nüchtern unter 100 mg/dl. Er steigt nach dem Essen (postprandial) auf maximal 140 mg/dl an. Werte darüber können auf eine gestörte Zuckerverwertung oder einen Diabetes mellitus hindeuten. Um dies herauszufinden, ist ein oraler Glukosetoleranztest (oGTT) nötig. Diabetes äußert sich bei Kindern wie bei Erwachsenen oft durch starken Harndrang und ständigen Durst.

Die hohen Blutzuckerwerte bei langjährigem Diabetes mellitus führen zu Folgeerkrankungen, vorwiegend an Augen, Nieren, Nervensystem, Herz, Gehirn und Gefäßen.

Diabetes-Formen

Typ-1-Diabetes

Typ-1-Diabetes beginnt meist schon im Kindes- oder Jugendalter. Er wurde daher früher auch jugendlicher (oder juveniler) Diabetes genannt. Hierbei tritt ein absoluter Mangel an dem körpereigenen Hormon Insulin auf. Körpereigene Abwehrstoffe zerstören die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse. Dies ist der klassische Insulinmangel-Diabetes. In Folge steigt der Blutzuckerspiegel und die jungen Patienten müssen Insulin spritzen.

Typ-2-Diabetes

ausreichende Bewegung reduziert das Risiko von Diabetes Typ 2Typ-2-Diabetes entsteht zum einen durch eine verminderte Empfindlichkeit der Körperzellen für Insulin (Insulinresistenz). Zum anderen führt eine jahrelange Überproduktion von Insulin zu einer "Erschöpfung" der Insulin produzierenden Zellen. Typ-2-Diabetes wurde früher auch als Altersdiabetes bezeichnet, da er meist erst im Erwachsenenalter beginnt. Heute trifft der Altersdiabetes aber auch bereits übergewichtige Jugendliche und sogar Kinder. Ungesunde Ernährung, Übergewicht und mangelnde Bewegung erhöhen das Risiko für Typ-2-Diabetes. Der Typ-2-Diabetes ist die häufigste Form des Diabetes mellitus. Er macht über 90 Prozent der Diabetes-Erkrankungen in Deutschland aus. Neben regelmäßiger Bewegung und einer gesunden Ernährung helfen spezielle Medikamente, den Blutzucker in den Griff zu bekommen. Manchmal sind aber auch bei Typ-2-Diabetes Insulinspritzen notwendig.

Ein einfacher Bluttest auf Glukose gibt einen Hinweis darauf, ob bei entsprechenden Symptomen tatsächlich ein Diabetes mellitus vorliegt.

Die Symptome bei Typ-2-Diabetes entwickeln sich meist über einen viel längeren Zeitraum (mehrere Jahre) als bei Typ-1-Diabetes. Lange Zeit treten keine oder nur geringe Beschwerden wie vermehrter Durst, schlechtes Allgemeinbefinden, erhöhte Infektanfälligkeit, Juckreiz, leichte Ermüdbarkeit und Schwindel auf. Deshalb bleibt der Typ-2-Diabetes oft lange unentdeckt. Manchmal weisen erst Folgeerkrankungen auf die Stoffwechselstörung hin.

Dabei können folgende Symptome auftreten:

  • Schlecht heilende Wunden, besonders an den Beinen oder Füßen
  • Verschlechterung der Sehfähigkeit (Retinopathie)
  • Nervenschädigungen mit Kribbeln oder Gefühllosigkeit in den Beinen (Polyneuropathie)
  • Herzinfarkt

Schwangerschaftsdiabetes

Schwangerschaftsdiabetes tritt während der Schwangerschaft auf und verschwindet dann meist wieder. Er zählt zu den häufigsten schwangerschaftsbegleitenden Erkrankungen. Er tritt bei etwa ein bis fünf Prozent aller Schwangeren auf. Frauen, die während einer Schwangerschaft an dieser Form des Diabetes leidet, entwickeln später in den folgenden Jahren oft einen Typ-2 Diabetes.

Was man selber tun kann bei Typ-2-Diabetes

1. Regelmäßige Bewegung

Aktivitäten wie Wandern und Trekking bei Diabetes und zur VorbeugungRegelmäßige Bewegung und ausgewogene Ernährung helfen, Medikamente einzusparen und reichen oft schon als alleinige Therapie aus. Bewegung und Abbau von Übergewicht verbessern die Insulinempfindlichkeit der Zellen und bewirken so, dass der Zucker besser aus dem Blut in die Zellen geschleust werden kann. Vielen Menschen mit Diabetes gelingt es, ihre Blutzuckerwerte allein durch eine gesundheitsfördernde Lebensweise wieder in den Normalbereich zu senken.

2. Gesundheitsfördernde Ernährung

Für Menschen mit Diabetes gelten grundsätzlich dieselben Empfehlungen für eine gesunde Kost wie für Menschen ohne Diabetes. Spezielle "Diabetikerprodukte" sind nicht notwendig.

Auch Zucker dürfen Diabetiker verwenden. Der Anteil an der täglichen Kalorienzufuhr sollte zehn Prozent (rund 30 bis 50 Gramm) nicht überschreiten – versteckte Zucker, etwa in süßen Brotaufstrichen, Fruchtnektar und Konserven eingeschlossen.

Vermeiden sollte man, außer bei der Behandlung einer Unterzuckerung, zuckerhaltige Getränke. Der Grund ist, dass der Zucker aus diesen sehr schnell ins Blut aufgenommen wird und zu Blutzuckerspitzen führt, die für die Gefäße schädlich sind. Zucker sollte generell möglichst in "verpackter" Form aufgenommen werden, das heißt in Verbindung mit Ballaststoffen und anderen Nährstoffen.

Ballaststoffreiche Nahrung wie VollkornspaghettiBallaststoffe bewirken, dass der Zucker langsamer ins Blut übertritt. Dadurch wirken sie "glättend" auf den Blutzuckerspiegel. In einer großen Studie wurde nachgewiesen, dass eine ballaststoffreiche Ernährung auch den Blutzuckerlangzeitwert HbA1c günstig beeinflusst. Hinzu kommt, dass Ballaststoffe auch die Blutfettwerte verbessern und, da sie länger satt machen, beim Abnehmen helfen. Daher ist es sinnvoll, möglichst viele ballaststoffreiche Lebensmittel in den Speiseplan aufzunehmen. Wichtig ist, dass bei einer ballaststoffreichen Ernährung auch viel getrunken wird. Dadurch quellen die Ballaststoffe im Darm und können ihre positiven Eigenschaften entfalten.

Ein Anhaltswert für Diabetiker ist der Glykämische Index. Er besagt, wie stark und schnell ein kohlenhydrathaltiges Lebensmittel den Blutzuckerspiegel erhöht. Kartoffeln, Honig oder Reis haben beispielsweise einen hohen glykämischen Index, Äpfel, Milch, Hülsenfrüchte oder Vollkornspaghetti einen niedrigen. Diabetiker sollten Nahrungsmittel mit niedrigem glykämischen Index bevorzugen.

3. Übergewicht reduzieren

Allein durch eine Gewichtsabnahme bekommen viele Diabetiker ihre Stoffwechselstörung gut in den Griff, denn jedes Kilo weniger lässt die Körperzellen wieder besser auf Insulin ansprechen. Eine dauerhafte Gewichtsabnahme gelingt in der Regel nur durch eine Kostumstellung in Verbindung mit regelmäßiger Bewegung. Bei der Kostumstellung ist vor allem die Verringerung der Fettzufuhr wichtig. Auf fette Wurst und fetten Käse sollte man möglichst verzichten und bei Milch und Milchprodukten fettreduzierte Varianten wählen. Grundsätzlich sollte man bei der Speisenzubereitung Öle mit einfach ungesättigten Fettsäuren, z.B. Raps-, Oliven- oder Walnussöl bevorzugen und mindestens einmal pro Woche frischen Seefisch essen. Vor allem Lachs, Hering und Makrele liefern wertvolle Omega-3-Fettsäuren.

Geben Sie dem Diabetes und seinen Folgeerkrankungen keine Chance. Werden Sie selbst aktiv. Ein neuer Lebensstil bringt Ihnen viele Vorteile.